Domainhandel Grundwissen Teil 5 – Domain Verkauf

Verkauf von Domains

Wir kommen nun (endlich) zum wohl interessantesten Teil dieser Anleitung, dem Domainverkauf.
Obwohl ich persönlich im Domainbusiness das suchen guter freier Domains auf Droplisten oder aus dem Kopf, das durchsehen neuer Verkaufslisten von Domainhändlern oder das prüfen von expired Domains genauso spannend (wenn nicht noch spannender) finde, ist der gewinnbringende Verkauf der Domains eigentlich Ziel und Zweck des ganzen Aufwandes.
Natürlich gibt es auch Sammler, die ihre Schätze aufbewahren und um keinen Preis hergeben wollen. Ich finde jedoch, man muss sich in diesem Business trennen können, denn mein Ziel ist Geld verdienen und nicht mir als Hobby eine schöne Sammlung aufzubauen (da würde ich lieber Briefmarken sammeln, die haben keine jährlichen Gebühren).
Sagen wir, du startest mit einem kleinen Portfolio an .ch Domains mit 100 Domains und hast diese zu je 17.- bei Switch.ch registriert. Du musst also im Jahr mindestens eine Domain für Fr. 1700.- verkaufen, um die Gebühren bezahlen zu können. Oder eine Domain pro Monat für Fr. 142.-. Das hängt etwas von der Qualität der Domains ab. Die Chance, mehrere Domains günstig verkaufen zu können ist sicher grösser, als eine Domain für 1700.- zu verkaufen. Aber welche Strategie man anwenden will, ist jedem Domainer selbst überlassen. Wenn man sich auf hochwertige Keyworddomains wie Auto.ch usw. konzentriert, genügt vielleicht auch ein Verkauf pro Jahr, um davon leben zu können. Aber dies erfordert ein gewisses Startbudget und Erfahrung. Zum Einkauf von Domains kommen wir noch in einem späteren Teil.

Potentielle Kunden finden und kontaktieren

Wir haben nun also eine Domain registriert, die gutes Suchvolumen aufweist, alle Alternativen und weiteren Endungen vergeben sind und nicht im Markenregister geschützt ist. Wir finden, dass die Domain verkaufspotential aufweist und möchten diese verschiedenen Kunden zum Verkauf anbieten.
Wie finden wir nun die richtigen Kunden, für welche die Domain interessant sein könnte?

1. Domainbörsen / Domain Handelsplätze

Als erstes wird die Domain auf Domainbörsen eingetragen. Die bekannteste und grösste Plattform ist Sedo, zusätzlich gibt es einige kleinere Handelsplätze wie zum Beispiel Domainspot.ch. Die Eintragung ist kostenlos und kann jederzeit rückgängig gemacht werden.
Wenn die Domain zB. auf Sedo geparkt wurde, wird der Interessent direkt auf der Seite auf den Verkauf hingewiesen und kann den Verkäufer über Sedo kontaktieren.
Als Preisvorgabe kann bei der Einstellung einer Domain entweder eine Verhandlungsbasis (empfehlenswert für Neulinge) oder ein Festpreis definiert werden. Sedo schlägt eigene Preisvorschläge vor, die jedoch völlig unverbindlich sind. Freu dich also nicht wenn als Vorschlag 2999.- angegeben wird. Nur wenige Domains werden auf Sedo für mehr als 1000.- verkauft.
Da auf Sedo über eine Million Domains eingetragen sind, und jährlich nur ca. 40’000 Domains verkauft werden, ist die Chance, eine mittelklassige Domain über solche Plattformen verkaufen zu können, eher gering. Aber schaden kann ein Eintrag sicherlich nicht, und wer weiss, vielleicht hast du Glück und ein Interessent stösst genau auf eine von dir eingestellte Domain.

2. Foren

Eine weitere Möglichkeit, Domains zu verkaufen, sind Foren, wo sich Domainer treffen und austauschen.
Hier müssen aber einige wichtige Aspekte beachtet werden:

  1. Meistens können Domains erst nach einer bestimmten Anzahl Beiträge oder einer Bestimmten Dauer der Mitgliedschaft zum Verkauf angeboten werden. Es wird überhaupt nicht geschätzt, wenn sich Neulinge registrieren, nur um ihre (oftmals minderwertigen) Domains anbieten zu können.
    Schreib also auch nicht irgendwelche nutzlosen Beiträge, nur um die nötige Beitragszahl zu erreichen. So machst du dich nur unbeliebt und riskierst möglicherweise eine Verwarnung.
  2. Beteilige dich am besten einfach am Forengeschehen, teile dein Wissen (vielleicht hast du ein Spezialgebiet) mit anderen und lies dich mal durch einige Themen. Du wirst viele interessante und informative Beiträge finden. Wenn du dann findest, dass die Zeit gekommen ist, kannst du deine Domains zum Verkauf anbieten (bitte nicht gleich 50 Stück) oder von erfahrenen Mitgliedern bewerten lassen.
  3. In Domainforen sind Domainhändler anzutreffen. Nur sehr wenige Endkunden tummeln sich in solchen Foren. Domainhändler bezahlen dir keine Endkundenpreise. Viele recht gute Domains werden für unter 100.- angeboten. Erwarte also keine zu hohen Preise für deine Domains, denn die Händler wissen genau, wo sie günstige Domains einkaufen können. Deine Domain müssen sie nicht unbedingt haben.
    Zur Festlegung der Preise kommen wir später.

Zwei der bekanntesten deutschsprachigen Foren sind Consultdomain.de und Domainforum.info

Direkte Akquisition

Viele Unternehmen kennen Sedo nicht, oder suchen nicht aktiv nach Domains – einige sind zu wenig Internetaffin. Ein Maler hat eine Webseite und kennt die Vorteile einer kurzen und beschreibenden Domain vielleicht nicht. Bei einem direkten Kontakt können ihm diese Vorteile aufgezeigt werden.
Allerdings verkaufe ich persönlich Domains meistens an Interessenten, die sich etwas auskennen. Denn ein Kunde, der nichts mit der neuen Domain anzufangen weiss, fühlt sich vielleicht nach dem Kauf etwas verarscht.
Hier versuche ich, wo es geht beim Transfer und evtl. auch bei der Einrichtung zur Seite zu stehen.
Andere Unternehmen wiederum erhalten wöchentlich mehrere Domain-Angebote oder besitzen bereits ein beachtliches Portfolio, und müssen daher gar nicht aktiv nach Domains suchen.

Darum ist erfolgreichste Methode, um Domains erfolgreich verkaufen zu können, der direkte Kontakt zu potentiellen Kunden. Dieser kann telefonisch, auf dem Postweg oder per E-Mail erfolgen. Achtung bei E-Mails: in den Meisten Ländern sind unaufgeforderte Werbemails SPAM und könnten strafrechtlich verfolgt werden.
Das Telefon ist daher die bessere Variante. Auch weil der Kunde direkt reagieren muss.
Wenn ich trotzdem Mails verschicke, achte ich darauf, dass mein Absender und ein Hinweis auf die Einmaligkeit dieser Nachricht im Mail enthalten ist (zB. „Dies ist eine einmalige Kontaktaufnahme; Ihre Mail Adresse wurde auf keiner Liste eingetragen. Wenn Sie nicht interessiert sind, werden Sie betreffend der oben genannten Domains nicht mehr kontaktiert.“).

Aber wie findet man nun potentielle Interessenten?
Nehmen wir zum Beispiel das Keyword „Kredit“ (Natürlich längst vergeben).
Wenn wir nach „Kredit“ googeln (Seiten aus der Schweiz, denn meistens benötigt eine deutsche Firma keine .ch Domains), werden uns bereits viele potentielle Kunden angezeigt (in diesem Fall bekommen wir über 3 Millionen Ergebnisse. Zum ersten die der organischen Suche (die normalen Suchresultate), zum anderen die Firmen in den Google-Adwords Anzeigen. Für letztere kann eine gute Domain insofern interessant sein, weil sie für das Keyword „Kredit“ pro Klick evtl. 5.- bezahlen müssen, und mit einer passenden Domain und einer SEO optimierten LandingPage einige Besucher auf direktem Weg (durch Type-Ins oder besserem Ranking) abholen kann.
Der Domainname an sich bewirkt zwar keine bessere Positionierung auf Google mehr, aber kann dennoch durch Type-Ins und einfacher Merkbarkeit mehr Besucher generieren. Ausserdem weckt eine solche Domain Vertrauen und fördert das Image der dahinterstehenden Firma.
Also kontaktieren wir als Erstes die AdWords-Kunden.

Die nächsten potentiellen Interessenten sind Firmen, die unter diesem Keyword in Google angezeigt werden.
Wer hier bereits an erster Stelle erscheint, ist vermutlich weniger interessiert (da er schon an erster Stelle steht), wird aber trotzdem kontaktiert.
Auch auf der zehnten Seite der Suchresultate finden wir noch potentielle Kunden, nämlich solche die mit dem Keyword noch schlecht ranken, aber trotzdem im Kreditbereich tätig sind und daher interesse haben könnten.

Dann gibt es noch Firmen, die entweder gar nicht unter diesem Keyword gelistet sind, oder (noch) keine Webseite besitzen. Solche Firmen finden wir in Verzeichnissen wie Wer liefert was usw.
Diese können teilweise nur telefonisch kontaktiert werden, könnten aber durchaus interesse an einer Domain haben, wenn sie gerade einen Internetauftritt planen, oder  im Kreditbereich expandieren möchten.

Nun müsstest du genügend potentielle Interessenten haben, um mindestens ein Angebot für die Domain zu bekommen. Wie du das Gespräch/Mail führst, ist dir überlassen. Ob du eine Preisvorstellung hast, oder ein Angebot vom Interessenten möchtest ebenfalls. Die meisten Interessenten möchten jedoch einen Richtpreis, den ich ihnen auch gebe.
Aber sei realistisch mit den Preisen. Ich sehe immer wieder Schrott-Domains die auf Domainspot.ch für über 10’000.- angeboten werden. Ich persönlich hätte ein schlechtes Gewissen und würde lieber Lotto spielen, da sind die Chancen auf einen Gewinn grösser.
Du kannst zu Beginn ruhig ein paar Domains für 100-500 Fr. verkaufen. So kommst du langsam ins Geschäft und lernst die Preise und den Markt etwas besser kennen.

Viel Erfolg!

Wie man Domainpreise festlegen kann, versuche ich im nächsten Teil zu erklären.

 

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