Domainhandel Grundwissen Teil 3 – Die richtigen Domains registrieren

So, nun kennst du also die wichtigsten Regeln für den Domainhandel.
Befolge diese und du kannst nachts garantiert ruhiger schlafen.

Es gibt viele verschiedene Faktoren, die eine gute Domain ausmachen.

Welche Endung?

Es gibt mittlerweile sehr viele verschiedene Domain-Endungen. Diese werden in verschiedene Kategorien unterteilt:

  • ccTLD (country-code top-level domains)
  • IDN ccTLD (internationalized country-code top-level domains)
  • gTLD (generic top-level Domains)
  • sTLD (sponsored top-level Domains)

Die beliebtesten Endungen sind .com, .net und .org, gefolgt von .info, .de, eu, biz usw.

In diesem Jahr sollen ausserdem viele weitere neue Endungen auf den Markt gebracht werden, die sogenannten nTLDs, die neuen TLDs. Zum Beispiel .shop, .fashion, .art usw.
Die dafür verantwortliche Stelle ICANN hatte bisher einige Probleme und hat den Starttermin für diese Endungen bereits verschoben.

Ich persönlich konzentriere mich vorallem auf .ch Domains, einfach weil hier die Kunden am nahsten sind und ich mich damit am besten auskenne. Auch in den Blogbeiträgen werde ich vorallem .ch Domains behandeln. Die meisten Grundlagen gelten aber auch für andere Endungen.

Ein gutes Tool zum prüfen, mit welcher Endung das Keyword noch frei ist, findest Du hier.
Ich nutze dieses Tool, registriere die Domains jedoch anderswo, da UD recht teuer ist.
Für .ch Domains genügt eine Abfrage bei Switch (der Vergabestelle für .ch Domains). Dort sieht man direkt ob die Domain noch frei ist und kann sie bei bedarf gleich registrieren.

Finger weg von Exoten

Es reizt natürlich, wenn man sieht dass „fahrzeug.me“ oder oder „keyword.mx“ noch frei sind. Für Anfänger gilt jedoch: konzentriere dich auf gängige Endungen wie .ch, .com, .de usw.
Denn exotische TLD’s interessieren kaum jemanden, und meistens erzielen solche auf Google auch kein gutes Ranking. Spar dir also die Registrierungsgebühren.

Gute Domains

Gute Domains sind meist kurz, einprägsam und beschreiben das Angebot der Webseite.
Ein Beispiel für eine gute Domain wäre Internet.com, Kredit.org, Auto.de usw.
Diese sind nicht nur leicht zu merken, sondern wecken auch Vertrauen (auf Wohnung.ch muss einfach eine gute Webseite für Wohnungen sein). Ausserdem gibt es immer noch viele Internetnutzer, die eine URL (Domainname) direkt in der Browserzeile eingeben, und so direkt auf der besagten Webseite landen. Diese Besucher nennt man „Type-Ins“.

Natürlich sind diese Domains alle bereits vergeben oder werden für 6-7-stelligen Beträge verkauft.

Suchvolumen

Einer der Wichtigsten Faktoren ist das monatliche Suchvolumen bei Google.
Je öfter ein Keyword in Google gesucht wird, desto beliebter und bekannter ist es bei Besuchern.
Machen wir einen Test:
öffne das Google Keyword Tool. Wenn Du einen Google-Account hast, kannst Du dich einloggen, um zusätzliche Informationen über Klickpreise zu erhalten.
Fangen wir mit dem Keyword „Auto“ an. Wir konzentrieren uns bei dem Beispiel auf die Schweiz.

Ermittlung des exakten lokalen Suchvolumens für ein Keyword

Ermittlung des exakten lokalen Suchvolumens für ein Keyword

Die wichtigsten Einstellungen sind rot umrahmt. WICHTIG: bei den Übereinstimmungstypen immer die Option [Exakt] auswählen. Diese Option schliesst Varianten aus und zeigen das wirkliche Suchvolumen für das Keyword an, ohne „Auto kaufen“, „Auto Zürich“, „Autoverwertung“ etc.
Auch wenn die Zahl mit der Einstellung erheblich schrumpft, nur so kann das echte Suchvolumen ermittelt werden.

Für .ch Domains wähle ich als Standort natürlich „Schweiz“ aus, denn nur wenige Besucher aus dem Ausland suchen nach Schweizer Webseiten.

Die monatlichen globalen Suchanfragen zeigen die Anfragen für das Keyword weltweit an. Bei der Suche nach einem guten Keyword für eine internationale TLD wie .com oder .org ist diese Zahl relevant.

Für unsere .ch Domains sind jedoch die lokalen Suchanfragen massgebend. In unserem Beispiel suchen monatlich also über 18’000 Personen nach dem Keyword „Auto“.
Ausserdem ist der Wettbewerb „Hoch“, was bedeutet dass viele Unternehmen zu diesem Keyword Google-Anzeigen (Adwords) schalten und möglicherweise an einer Domain mit passendem Keyword interessiert sein könnten.

Nun nehmen wir als zweites Beispiel „Auto-Händler24“. Probier es aus und entscheide dann, ob diese Domain potential hat oder nicht.
Diese Domain hätte gleich vier negative Aspekte:

  • Null Suchvolumen: niemand sucht nach „Auto-Händler24“. Für eine Firma wäre sehr viel Marketing nötig, um diesen Namen zB. als Marke etablieren zu können.
  • Bindestrich: Autohändler wird meistens zusammen geschrieben. Bindestriche machen zwar in Domains ab und zu Sinn, sind jedoch eher unbeliebt. Wenn sich ein Online Marketer zwischen „Parfumshop“ und „Parfum-Shop“ entscheiden muss, wird er die Variante ohne Bindestrich wählen. Ideal ist natürlich, beide zu besitzen.
  • Umlaut (IDN) in der Domain: Umlaute stellen für Browser zwar kein Problem mehr dar, Mail-Programme haben jedoch nach wie vor mühe mit solchen Domains umzugehen. Es wird daher empfohlen, wo möglich die Version ohne Umlaute zu wählen, und die Umlautversion evtl. zusätzlich zu sichern. Beliebte Keywords wie „Häuser“ oder „Fahrräder“ können natürlich trotzdem registriert/gekauft werden. Diese finden bestimmt einen Käufer
  • „24“ am Schluss: Für Online-Shops hat sich die „24“ etabliert. Jedoch meistens als Notlösung, weil das Haupt-Keyword bereits vergeben ist. Statt „Parfum.ch“ wird einfach „Parfum24.ch“ registriert. Die „24“ macht allerdings nicht immer Sinn, und es werden keine hohen Summen für solche Zusätze bezahlt.

Objektiv überlegen

Überleg dir beim aussuchen der Keywords auch immer, ob diese Domain wirklich jemand interessieren könnte, bzw. ob die Domain für ein Unternehmen einen Mehrwert bringt.
Natürlich könnte „Akupinado“ für ein Web-Portal genutzt werden, aber ob sich wirklich jemand dafür entscheidet? Die Chance ist etwa gleich hoch wie ein Lottogewinn…
Dabei ist es wichtig, sich wirklich seriös Gedanken zu machen und nicht in einen Registrierungsrausch zu gelangen. Bei den Meisten noch freien Domains gibt es einen Grund, warum sie noch frei sind oder gelöscht wurden. Sie wurden entweder nicht verwendet (warum sollte man sie jetzt plötzlich wollen, wenn Du sie besitzt), oder sie wurde gelöscht weil man sie nicht verkaufen konnte.
Die Schwierigkeit liegt also darin, die Rosinen auszupicken und sich auf Nischendomains zu fokussieren.

Eine Liste mit vielen freigewordenen Domains findest Du regelmässig in meinem Blog.
Es gibt noch einige weitere Seiten, die sogenannte „Droplists“, also freigewordene Domains, auflisten.
Einfach mal Google fragen. Oft sind ein paar schöne Domains dabei, die jedoch auch schnell wieder besetzt werden.

Die grösste (vor)Arbeit liegt also darin, Keywords zu finden die in einer bestimmten Branche üblich und beliebt sind, jedoch noch nicht vergeben, weil sie vielleicht neu sind oder in der Branche bisher weniger auf Domains geachtet wurde.

Hast Du nun einige potentielle Keyowords gefunden?
Dann lass uns prüfen, ob die Domains wirklich etwas taugen. Du kannst deine Keywords auf folgende Kriterien checken:

– Wie hoch ist das lokale Suchvolumen (Exakt)?

Im Normalfall gilt: je höher das SV (Suchvolumen), desto grösser die Chance auf potentielle Interessenten. Allerdings gibt es Ausnahmen. Ein Beispiel: „Kartoffelgratin“ hat 4400 lokale Suchanfragen. Ideal geeignet als Inhalt wäre eine Seite über Rezepte für Kartoffelgratin.
Es wird kaum eine grosse Firma geben, die diese Domain gerne hätte. Ausserdem gibt es nur eine Werbeanzeige zu diesem Keyword. Der Wettbewerb ist also niedrig und es wird kaum Interessenten geben.

– Sind andere TLD’s vergeben?

Prüfe mit dem Tool, ob andere Endungen bereits vergeben sind. Ist dies nicht der Fall, hast du entweder extremes Glück und noch niemand ist bisher auf diesen Domain-Schatz gestossen, oder aber, und das ist der wahrscheinlichere Fall, die Domain ist doch nicht so gut wie du gedacht hast.

– Preise bei SEDO?

Prüfe auf der Domainbörse SEDO.de, ob das Keyword unter anderen Endungen zum Verkauf angeboten wird. Wenn ja, zu welchem Preis? Gibt es Gebote für andere TLDs?
Wenn viele Endungen zum Verkauf angeboten werden und keine Gebote vorhanden sind, ist es meist kein gutes Zeichen. Die Domainhändler sitzen auf der Domain oder haben zu hohe Preisvorstellungen.
Diese Informationen helfen später, eine Preisvorstellung für den Verkauf zu finden.

– gibt es Varianten des Keywords?

Schaue ausserdem, ob Varianten (Einzahl/Mehrzahl, Umlaut, andere Schreibweise, Synonyme, Bindestriche) besetzt sind und ob diese zum Verkauf angeboten werden.
Wenn viele Varianten von Endkunden verwendet werden, ist die Chance höher, auch deine Variante mit Gewinn verkaufen zu können.

– und zum Schluss: Markenrechte?

Spricht bisher alles für eine gute Qualität des Keywords? Dann prüfe zum Schluss noch die Markenrechte. Auf www.swissreg.ch findest Du alle Marken und Patente, die in der Schweiz eingetragen wurden.

Wenn kein Eintrag vorhanden ist, kannst du die Domain registrieren, und dich über deine neuste Errungenschaft freuen.
Achte aber darauf, dass du nicht in einen Registrierungs-Rausch gerätst und 10 Domains pro Tag registrierst. Die Kosten werden dich sonst einholen, bevor du die erste Domain verkauft hast.

Gerne kannst du deine Schätze in den Kommentaren posten.

Im nächsten Teil geht’s um die Suche von potentiellen Käufern.

Viel Erfolg!

 

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